Hackesches HörTheater

Im Hackeschen HofTheater stellt DeutschlandRadio jeden ersten und letzten Sonntag im Monat Hörspiele und Features vor. (außer Sommermonate und Jahreswechsel)
Mit anschließendem Gespräch.
Beginn ist jeweils um 20 Uhr. Freier Eintritt.


Sonntag, 2. Mai 2004

Ganz dazwischen
Aus der Hörspielreihe: "Nomaden der Worte"

Hörspiel nach dem Roman "Garcon manqué"
von Nina Bouraoui
Übersetzung aus dem Französischen: Andra Joeckle
Komposition: Louis Soret
Hörspielbearbeitung und Regie: Ursula Weck
mit: N.N.
Dauer: 54´

anschliessend im Gespräch: Ursula Weck und Sabine Wollowski (Konzeption der Reihe "Nomaden der Worte")
Moderation: Heike Tauch

Nina, Tochter algerisch-französischer Eltern, wächst wohlbehütet in Algier auf. Der Vater, ein hoher Staatsbeamter, ist viel geschäftlich unterwegs, die französische Mutter bemüht sich um Anpassung. Mit Amine, ihrem einzigen Vertrauten, flieht Nina oft ans Meer, in die Freiheit und teilt ihr Geheimnis: Nina ist Ahmed. Ahmed ist kurzhaarig und spielt mit den Jungen auf der Strasse Fußball. Er hat keine Angst vor den Blicken der Männer, weil er dazu gehört. In den Ferien ist Ahmed verbannt: Nina fährt zu den Großeltern in die Bretagne, wo sie für alle das sehnsüchtige fremde Mädchen ist.

Nina Bouraoui, geboren 1967 in Rennes, studierte Jura und Philosophie. Ihr erster Roman "La voyeuese inderdite" (1991) wurde mit dem Prix du Livre Inter ausgezeichnet.


"Nomaden der Worte. Vom Dasein im Dazwischen"
Ein Programmschwerpunkt des Hörspiels im Deutschlandradio vom 12. April bis zum 21. Mai 2004

"Denken, dass man aus zwei Teilen besteht. Wem ähnle ich am meisten? Frankreich oder Algerien?" Wie mit dem französischen Anteil in der eigenen Kultur umzugehen sei, wird in Algerien bis heute diskutiert. Während des Befreiungskrieges (1954-1962) war das Ziel eindeutig: "Der Islam ist unsere Religion, Algerien unser Vaterland und Arabisch unsere Sprache" lautete der Slogan der Widerstandskämpfer. 130 Jahre französische Besetzung wollten sie beenden, den enteigneten Bauern ihr Land zurückgeben und neun Millionen algerischen "sujet francais", französischen Untertanen, das Bürgerrecht verleihen. Als sie ihr Ziel 1962 erreichen, sind eine Million Algerier verschwunden, verwundet oder getötet, eine Million Algerienfranzosen heimatlos und 100.000 französische Soldaten gefallen oder verletzt.

In der Reihe "Nomaden der Worte" sendet das Hörspiel Berlin anlässlich des Jubiläums "50 Jahre Kriegsbeginn" zehn Hörspiele aus und über den Maghreb.

 
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